Steuerberater Frank Steiniger

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Wie verhalte ich mich bei …?

einem Unternehmen in der Krise

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Unternehmen können durch verschiedene Ursachen in eine Krisensituation kommen. Meistens kommen verschiedene Probleme geballt zusammen, die in der Vergangenheit nicht richtig erkannt und damit nicht beseitigt wurden. Oftmals dann ein Problem, wenn man meint, die Buchführung sei nur eine lästige Pflicht gegenüber dem Fiskus, um die Steuern korrekt und pünktlich anzumelden und abzuführen. Weit gefehlt, denn wenn man als Unternehmer regelmäßig seine betriebswirtschaftlichen Auswertungen mit seinem Steuerberater bespricht, zeichnen sich im Idealfall drohende Probleme so frühzeitig ab, dass man sie abwenden oder zumindest abmildern kann. Überschlagen sich aber die Ereignisse und ist schon ein Liquiditätsengpass gegeben, wird es umso schwerer, das Schiff wieder ins richtige Fahrwasser zu lotsen. Dann ist schnelles Handeln von allen Beteiligten gefordert, um die Insolvenz als letzten Ausweg zu verhindern.

Wohl dem, der in diesem Fall zumindest auf aktuelle Jahresabschlüsse und betriebswirtschaftliche Auswertungen verfügt. Ordnung in der kaufmännischen Abteilung und zeitnahe Analysen sind jetzt überlebenswichtig. Sollte dieses nicht der Fall sein, dann wird es höchste Eisenbahn. Denn ohne aktuelles Zahlenmaterial braucht man mit einer Bank in einer solchen Lage nicht über neue Kredite zu reden. Wenn die Buchführung auf dem Stand ist, sollten Sie mit Ihrem Steuerberater darüber reden, die Zahlen möglichst genau darzustellen. Unterjährige Abgrenzungen, anteilige Rückstellungen und Warenbestandsänderungen werden bei Kleinbetrieben selten in der laufenden Buchhaltung erfasst. Diese Zahlen jetzt einzubuchen ist sinnvoll, weil man nur dadurch das Ergebnis des aktuellen und des folgenden Wirtschaftsjahres einigermaßen genau planen kann. Dazu sollte der Unternehmer schnellst möglich seine Auftragsbestände auflisten, die halbfertigen Arbeiten und Produkte bewerten und eine Liste der fertigen, aber noch nicht abgerechneten Lieferungen und Leistungen erstellen. Mit diesen Auswertungen kann man dann in der Regel sehr schnell analysieren, wo der größten Schwachpunkte im Unternehmen liegt. Dann gilt es für die Behebung dieser Schwachstellen Lösungen zu finden und einen Zeitplan für die Umsetzung festzulegen.

Zur direkten Einwirkung auf die Liquidität sollten eine schnelle Fakturierung und eine Straffung des Mahnwesens erfolgen. Daneben gilt es die Forderungen, die Lieferantenverbindlichkeiten und sonstigen Zahlungsverpflichtungen in einen detaillierten Liquiditätsplan einzuarbeiten. Dieser lässt sich durchaus auf die kommenden zwei bis drei Monate sehr genau planen. Bei einem ersten Gespräch mit der Hausbank kann man dann in der Krisensituation zeigen, welcher Kreditbedarf auf dem Geschäftskonto in den nächsten Wochen und Monaten besteht. Wenn die Bank diesen Schritt mit Ihnen geht, ist das die erste große Hürde aus der Misere. Sie zeigen dabei außerdem, dass Sie in jeder Situation Ihre Unternehmensführung im Griff haben.

Im nächsten Schritt muss dann zusammen mit Ihrem Steuerberater und Ihren Kreditgebern die Beseitigung der ursächlichen Schwachstellen besprochen werden. Ob notwendige Neuinvestitionen zur Steigerung der Effektivität oder Personalabbau: Dieses kostet in Regel Geld, was das Unternehmen in der aktuellen Situation nicht hat. Die Bank leiht Ihnen das notwendige Kapital nur dann, wenn genügend Sicherheiten vorhanden sind oder zumindest gute Aussichten bestehen, dass Sie Ihr Unternehmen kurzfristig aus der Krise steuern können.

Sollte Ihnen der Durchbruch gelungen sein, das Unternehmen wieder liquide zu machen und so auszurichten, dass wieder ausreichende Gewinne erzielt werden, gilt es das interne Controlling für die Zukunft so zu konzipieren, dass mögliche Krisenfaktoren frühzeitig erkennbar werden und es erst gar nicht zu einer Unternehmenskrise kommt.