Steuerberater Frank Steiniger

Zur Seitennavigation

Wie verhalte ich mich bei …?

unvorhergesehenen Steuernachzahlungen

© www.stb-frank-steiniger.de

Steuernachzahlungen sind eigentlich vorhersehbar, aber allzu oft tappen Unternehmer in diese Falle. Bei guter Konjunktur werden ordentliche Gewinn eingefahren, Investitionen zur Betriebserweiterung werden getätigt und dazu noch gut gelebt. An die Anpassung der Steuervorauszahlungen für Ertragsteuern denkt in der Regel niemand. Man möchte daran auch gar nicht denken, denn das kostet schließlich nur Geld. Irgendwann flaut die Konjunktur wieder etwas ab und dann kommt der Zeitpunkt, wo man nun doch endlich die Steuererklärungen für das gute Vorjahr abgeben muss. Hohe Steuernachforderungen bei sinkenden finanziellen Mitteln bringen Ihnen jetzt so richtige Schwierigkeiten.

Wichtig ist in einer solchen Situation, dass Sie einen Steuerberater an der Seite haben, der Ihnen nicht nur kurzum den Jahresabschluss erstellt und in einem Schreiben mitteilt, wie hoch die Nachzahlung sein wird, sondern der mit Ihnen Überlegungen anstellt, inwieweit man noch den einen oder anderen Euro einsparen oder in Folgejahre verschieben kann. Sind die Steuerbescheide schon in der Welt, bleibt für Sie grundsätzlich nur der eine Monat der Rechtsbehelfsfrist, um einen begründeten Einspruch einzulegen und mit einem Antrag auf Aussetzung der Vollziehung die Möglichkeit des Zahlungsaufschubs zu wahren.

Sollte das nicht möglich sein, so empfiehlt sich ein Weg zur Hausbank, um die Refinanzierung der Steuerschulden zu beantragen. Jeder kann sich gut vorstellen, dass eine Bank das nicht besonders begrüßt, denn schließlich steht dieser Ausgabe keine Substanz mehr gegenüber. Ein weiterer Weg wäre der Antrag auf Stundung. Ein schwieriges Unterfangen, denn wenn Sie durch das Finanzamt als stundungswürdig anerkannt werden, bekämen Sie wahrscheinlich auch ein Darlehen von der Bank. Zudem wird eine langfristige Stundung über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten nur in sehr gut begründeten Fällen gewehrt. Zu beachten ist aber, dass Ihr Unternehmen bei einer Stundung die zusätzlichen hohen Belastungen in diesen Zeitraum mittragen muss. Dazu wird das Finanzamt Stundungszinsen berechnen.

Damit man solche Finanzlücken durch Steuernachforderungen in Zukunft schließt, empfiehlt es sich pro Quartal das Ergebnis der betriebswirtschaftlichen Auswertungen mit dem in den Vorauszahlungsbescheiden festgesetzten Gewinn zu vergleichen. Geht der Trend stark nach oben, sollten Sie mit Ihrem Steuerberater reden, ob es sinnvoll ist, die Steuervorauszahlungen pro Quartal zu erhöhen, damit später keine größeren Nachzahlungen zu erwarten sind. Umgekehrt kann man über diesen Weg auch schon vor der Abgabe der jeweiligen Steuererklärungen Steuern zurückfordern, was die Liquidität kurzfristig steigern kann.