Steuerberater Frank Steiniger

Zur Seitennavigation

Wie verhalte ich mich bei …?

einer Durchsuchung der Steuerfahndung

© www.stb-frank-steiniger.de

Es ist noch recht früh am Morgen, die Kinder sind gerade aus dem Haus, da klingelt ein Trupp von Frauen und Männern der Steuerfahndung bei Ihnen an der Tür. Sie dürfen sich kurz von dem Beschluss des Richters überzeugen, dass die Durchsuchung bei Ihnen im Betrieb und in Ihrer Privatwohnung angeordnet ist. Sie werden über Ihr Aussageverweigerungsrecht informiert und jeder der Damen und Herren zeigt seinen Dienstausweis. Eine Situation, die Sie bislang nur aus den Nachrichten kannten und jetzt das bei Ihnen!?

Wichtig ist in diesem Fall, die Nerven zu bewahren. Rufen Sie umgehend Ihren Steuerberater an. Der wird in der Regel sofort zu Ihnen kommen und der Durchsuchung beiwohnen. Mit Ihm haben Sie einen erfahrenen Berater an der Seite, der die Verhandlungen mit den Fahndern führt und Sie über Ihre Rechte und Pflichten aufklärt. Der Grundsatz ist: Lassen Sie die Fahndungsprüfer arbeiten, versuchen Sie nicht irgendwelche Unterlagen aus dem Haus zu schaffen oder kommen Sie nicht auf die Idee, zu fliehen und eventuell von Ihrer Hausbank das letzte Schwarzgeld aus dem Bankschließfach zu holen. Sie können sicher sein, dass dort ebenfalls schon die Fahnder sitzen und die „Beute“ zusammenrechnen.

Die Fahnder werden Ihnen nahelegen, ein umfangreiches Geständnis zu Protokoll zu geben und bieten Ihnen dafür mildere Strafen an. Lassen Sie sich durch solche Angebote am Tag der Durchsuchung nicht verlocken. Wenn Ihnen durch Ihren Steuerberater und ggf. ein Anwalt für Steuerstrafrecht zu einem Geständnis geraten wird, sollte es auf keinen Fall in einer solchen Stresssituation abgegeben werden. Gehen Sie beruhigt davon aus, dass man Ihnen ein späteres Mitwirken zur Aufklärung des Steuerfalls genauso positiv anrechnen wird, wie am Tag der Durchsuchung. Denken Sie immer daran, dass die Finanzbehörde im Steuerstrafverfahren nachweispflichtig ist. Sie müssen also nicht in erster Linie Ihre Unschuld beweisen, sondern das Finanzamt Ihre Schuld. Zudem schützen Sie sich bei der Inanspruchnahme des Aussageverweigerungsrechts vor eventuellen Falschaussagen, die wiederum neue Straftaten auslösen können. Daher sollte man nach der Durchsuchung zusammen mit Steuerberater und Anwalt möglichst genau nachvollziehen, über welche Beweise das Finanzamt überhaupt verfügen kann und dann, wenn überhaupt, überlegt eine Aussage, am besten in Schriftform, tätigen. Lassen Sie sich nach der Beschlagnahmung von Unterlagen und ggf. Geräten (z. Bsp. Die Registrierkasse) ein Protokoll über die konfiszierten Belege und Gegenstände anfertigen. Dazu haben Sie ein Recht.

In aller Regel endet ein solches Verfahren, welches sich durchaus über Monate hinziehen kann, in einer tatsächlichen Verständigung zwischen den beteiligten Behörden und Steuerpflichtigem. Aber auch hier gilt: Das Zustandekommen hängt davon ab, dass die vereinbarten Steuernachzahlungen und die verhängten Strafgelder vollständig zum vereinbarten Termin gezahlt werden. Wenn das Geld zu Beginn der Fahndung vorhanden ist, sollten Sie bei klarem Sachverhalt gegen Sie überlegen, einen Teil schon einmal vorab zu leisten. Die sogenannte „Schadenswiedergutmachung“ dürfte Ihnen Pluspunkte bei der Steuerstrafstelle bringen und dadurch eine geringere Festsetzung der Strafe. Die Strafe kann bis zu 40% der hinterzogenen Steuern betragen. Bei Mitwirkung im Rahmen der Aufklärung des Sachverhalts und Einsicht dürfte das Strafmaß regelmäßig bedeutend geringer ausfallen. Gehen Sie davon aus, dass die Steuerbehörden ihren Fahndungserfolg gerne in bare Münze umwandeln wollen. Dabei ist Ihnen lieber, Sie sind in der Lage einen Betrag zu begleichen, als dass man Sie mit einer nicht für Sie leistbaren Festsetzung in die Insolvenz schickt und die Finanzkasse am Schluss leer ausgeht.