Steuerberater Frank Steiniger

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Wie verhalte ich mich bei …?

Kreditverhandlungen

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Nach der Einführung der Basel II-Kriterien sind Unternehmer ab einer bestimmten Größenordnung von Darlehensinanspruchnahme verpflichtet, ihre Bilanzen, Steuererklärungen und Steuerbescheide den Kredit gebenden Banken offen zu legen. Die Einstufung in die Bonitätsklassen erfolgt über so genanntes Rating. Dabei werden die Gewinne der Vergangenheit, die daraus resultierende Finanzkraft des Unternehmens und die Zukunftsaussichten bewertet. Die Aufstellung der Geschäftsleitung sowie die Marktstellung des Unternehmens werden mit in die Bewertung einbezogen, zusätzlich etliche andere Kriterien, die Aufschluss über etwaige Risiken geben. Das Rating entscheidet zum einen darüber, ob ein Kredit bewilligt wird und auch über die Zinskonditionen. Ein gutes Rating spart also dem Unternehmen spürbar Geld.

Bevor man als Unternehmer eine Kreditanfrage stellt, sollte man sich eingehend mit seinem Steuerberater darauf vorbereiten. Die Jahresabschlüsse und Steuererklärungen sollten auf den aktuellsten Stand gebracht werden, ebenso die laufende Buchführung. Auch sehen es die Banker gerne, wenn man eine Planung vorlegt, die aufzeigt, welchen Umsatz und Ertrag das Unternehmen im laufenden und kommenden Jahr anstrebt und welche Investitionen getätigt werden sollen. Obendrein sollte jemand, der längere Zeit keinen Darlehensantrag mehr gestellt hat, prüfen, ob irgendwelche Negativeinträge bei der SCHUFA vorliegen oder längst erloschene Grundschulden und Lasten noch in den Grundbuchauszügen registriert sind. Die vorherige Bereinigung spart dann später unnötige Irritationen und Zeit. Darüber hinaus wollen Banken die gewünschte Kreditsumme abgesichert haben. Ohne direkt bei den ersten Verhandlungen alle Möglichkeiten offen zu legen, sollte man sich aber gründliche Gedanken darüber machen, welche Sicherheiten man bei Nachfrage anbieten möchte und wer für das Darlehen bürgen soll. Eine grundlegende Strategie sollte je nach Alter des haftenden Unternehmers aber sein, dass man möglichst mit dem Erreichen des Rentenalters schulden- und lastenfrei ist. Das gilt vor allem für die Altersvorsorgeverträge, als auch für das eigene Wohneigentum.

Falls das Kreditinstitut Ihnen eine positive Entscheidung mitteilt, geht es in die eigentlichen Verhandlungen. Je besser Ihr Bonitätsindex ist und je mehr Sicherheiten Sie hingeben sollen, je günstiger sollte auch der angebotene Effektivzins sein. Informieren Sie sich vorab über die aktuellen Zinskonditionen und sprechen Sie ihre Erwartungen aus. Außerdem ist es wichtig, dass Laufzeit des Kredits zum Finanzierungszweck passen. Die Goldene Bankregel besagt, dass die Kreditlaufzeit nicht länger sein sollte, als die Nutzungsdauer der Investition. Die Finanzkraft sollte dabei ebenso berücksichtigt werden. Der Kredit muss bei normaler Geschäftslage durch den erwirtschafteten Cash-Flow (Gewinn zuzüglich langfristige Zinsen und Abschreibungen) unter Abzug der bereits bestehenden Zins- und Tilgungsleistungen leistbar sein. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften spielt noch der Bedarf für die private Lebensführung inklusive der privaten Steuerzahlungen eine bedeutende Rolle. Wenn eine flexible Gestaltung der monatlichen Rate gefragt ist, sollte man zusätzlich über ein Finanzierungsleasing oder einen Mietkauf nachdenken. Hierbei lassen sich durch Gestaltung der An- und Abschusszahlung die Raten während der Laufzeit reduzieren und im Zweifelsfall kann man das finanzierte Wirtschaftsgut dem Leasinggeber nach Ablauf der Vertragslaufzeit ohne nachfolgende Verpflichtungen zurückgeben.

Letztendlich sollte man sich detailliert erläutern lassen, welche Personen und welche Vermögensgegenstände für welchen Zeitraum und in welchem Fall von der Bank in die Haftung genommen werden können. Erst wenn alles passt und Sie alles verstanden haben, sollten Sie die Verträge unterzeichnen. Ihr Steuerberater steht Ihnen dabei hilfreich zur Seite.